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News Übersicht

14. Juli 2026

VAE: Öltanker in Straße von Hormus unter iranischem Beschuss

Hatten die Rohölkontrakte an ICE und NYMEX die Risikoaufschläge, die mit Beginn des Iran-Kriegs eingepreist worden waren, Ende Juni zeitweise wieder vollständig abgeschüttelt, so werden sie mittlerweile wieder mit solchen Risikoprämien gehandelt. Grund dafür sind die Versorgungsängste, die mit der jüngsten Eskalationsspirale zwischen den USA und Iran wieder zugenommen haben.

Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin die Straße von Hormus, wo der kommerzielle Schiffsverkehr wieder massiv beeinträchtigt ist, seitdem die USA und der Iran wieder Angriffe durchführen. So kündigte beispielsweise das US-Zentralkommando in der Region am gestrigen Montagabend für die Nacht auf Dienstag eine dritte Welle von Militärschlägen auf iranische Ziele an. Die von US-Präsident Trump gestern verkündete Wiederaufnahme der Seeblockade gegen den Iran soll laut CENTCOM dann heute um 10 Uhr (MEZ) beginnen.

Der Iran greift derweil in der für den weltweiten Handel wichtigen Meerenge immer wieder Schiffe an. Dabei wurden laut dem Verteidigungsministerium der VAE zuletzt auch zwei emiratische Öltanker zum Ziel iranischer Marschflugkörper. Bei den beiden Schiffen soll es sich um Supertanker gehandelt haben. Schiffe dieser Größenordnung können mit bis zu 2 Mio. Barrel Rohöl beladen werden.

"Die entscheidende Größe, die es zu beobachten gilt, ist der physische Transport von Rohöl durch die Straße von Hormus. Jede nennenswerte Blockade des Tankerverkehrs, ein anhaltender Rückgang der Schiffsbewegungen oder eine Unterbrechung der Exportströme würden wahrscheinlich einen weiteren Anstieg der Ölpreise auslösen", so Priyanka Sachdeva, Analystin bei Phillip Nova, zu den potenziellen Auswirkungen der Eskalation in der Region auf die Ölpreise. "Sollte das Öl hingegen trotz der militärischen Eskalation weiterhin fließen, könnte der derzeitige geopolitische Aufschlag allmählich schwinden", führt Sachdeva aus.

Wichtig wird außerdem sein, wie Ernst es den USA mit der angekündigten "Servicegebühr" 20 % für die Gewährleistung der sicheren Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus ist. Bei einem Rohölpreis von 80 Dollar pro Barrel könnte sich dieser Kostenpunkt für einen vollbeladenen Supertanker auf etwa 30 Mio. Dollar belaufen. US-Präsident Trump gab gestern an, die Vergütung zu diesem Prozentsatz "aus Gründen der Fairness" einzufordern, da die USA als "Wächter" der Meerenge zum Einsatz käme. Der gemeine Ölhändler hat möglicherweise also wohl bald die Möglichkeit auszuwählen, auf wessen Konto er sein Geld für die sichere Durchfahrt der Meerenge lieber überweist - den USA oder dem Iran.

Ob und wie sich die jüngste Eskalation im Nahen Osten auf die Ölexporte der USA in der vergangenen Woche ausgewirkt hat, wird morgen der offizielle Ölmarktbericht des DOE zeigen (16:30 Uhr). Das API wird heute Nacht wie üblich erst einmal seine Schätzungen zur Entwicklung der US-Ölbestände für die Woche zum 10. Juli herausgeben (Mittwochfrüh auf unseren Seiten verfügbar).

Davon abgesehen stehen heute auch noch die US-Inflationsdaten für Juni im Fokus, die die Spekulationen der Marktteilnehmer über den weiteren Zinskurs der Fed beeinflussen werden. Fällt die Teuerungsrate höher aus als erwartet, würde dies die Wahrscheinlichkeit für mehrere Zinsanhebungen vor Jahresende wieder erhöhen, was den Dollar stützen und die Ölpreise belasten würde.

13. Juli 2026

Iran übt Vergeltung und trifft auch kuwaitische Ölanlage

Die Preise an den Ölbörsen legten zu Beginn der neuen Handelswoche wieder einmal sprunghaft zu, nachdem sich die Lage in der Region in und um den Persischen Golf über das Wochenende nicht entspannt hat, sondern noch weiter eskaliert ist. Besonders der Schiffsverkehr über die Straße von Hormus steht dabei wieder im Vordergrund.

Zwar gab US-Präsident Donald Trump am Sonntagabend an, die Straße sei trotz der jüngsten US-Angriffe auf Ziele im Iran weiterhin geöffnet, laut Tankertracking-Daten des Informationsdienstleisters Kpler soll die Anzahl der Schiffe, die die Meerenge gestern passierten, allerdings nur bei 6 gelegen haben und damit auf dem niedrigsten Stand seit fünf Wochen. Auch die Vergeltungsschläge Irans, bei denen zuletzt offenbar auch eine Offshore-Ölbohranlage Kuwaits getroffen wurde, dürften die Sorgen der Marktteilnehmer im Hinblick auf Angebotsausfälle wieder befeuert haben.

Saul Kavonic, leitender Energieanalyst bei MST Marquee geht angesichts der jüngsten Entwicklungen davon aus, dass die Ölpreise "wohl schrittweise steigen (dürften), solange die Angriffe andauern und die Durchfahrt durch die Meerenge nur zögerlich erfolgt." Auch wenn die Lage in der Region zuletzt wieder eskaliert ist, ist sie laut Kavonic jedoch "weit von einem umfassenden Konflikt entfernt."

Die IEA hatte ihre Prognose, dass der Ölmarkt gegen Ende des Jahres wieder zu einem Überangebot zurückkehren werde, in ihrem am Freitag veröffentlichten Juli-Monatsreport davon abhängig gemacht, dass sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus allmählich wieder erholen wird und erklärt, ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA und Iran sei eine "unabdingbare Voraussetzung für die Normalisierung der Ölmärkte."

Unterdessen wirkt sich der Ukraine-Krieg, beziehungsweise der durch die ukrainischen Drohnenangriffe auf Russlands Energieinfrastruktur über die Produkte preistreibend aus.

9. Juli 2026

Luftangriffe am Persischen Golf reißen nicht ab

Die Lage am Persischen Golf bleibt heute das Hauptthema am Ölmarkt. Aktuell sieht es hier nicht nach Deeskalation aus, denn sowohl die USA, als auch der Iran haben ihre Luftangriffe fortgesetzt. Damit wachsen auch wieder die Sorgen um die Exportflüsse durch die Straße von Hormus, so dass die Ölpreise auch heute gestützt bleiben.

Unterdessen bliebt die Situation im Nahen Osten volatil. Die USA haben in der Nacht zahlreiche Ziele im Süden des Iran ins Visier genommen, Teheran wiederum feuerte Rakete auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain. US-Präsident Donald Trump hatte gestern die Waffenruhe für beendet erklärt, eine offizielle Antwort des Iran darauf gibt es nicht. Auch bleibt offen, wie und ob es mit den Verhandlungen weiter geht und ob eine neue Blockade der Straße von Hormus zu befürchten ist.

Dies wäre für die globalen Ölmärkte eine Katastrophe, vor allem, nachdem es gerade erst nach einer Erholung ausgesehen hatte. Doch der Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge ist in den letzten beiden Tagen wieder deutlich eingebrochen, da den Reedereien und Schifffahrtsbetreibern das Risiko einer Durchfahrt aktuell zu groß ist. Sollte es wieder zu einem kompletten Stillstand kommen, dürfte das die Ölpreise wieder zurück auf ihre Spitzenniveaus aus dem Frühjahr katapultieren.

„Die Entwicklungen der vergangenen 48 Stunden haben die Sorge verstärkt, dass ein Scheitern des vorläufigen Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran erneut zu Unterbrechungen der Ölversorgung führen könnte“, heißt es entsprechend bei der ANZ. Noch zu Beginn der Woche habe sich der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße erholt. Diese Entwicklung drohe nun gestoppt zu werden, da der Iran versuche, seinen Einfluss über die Passage wieder zu stärken.

„Die Straße von Hormus war nie vollständig zu einem normalen Betrieb zurückgekehrt. Nun könnten zusätzliche Produktionsausfälle folgen“, warnt auch Henry Hoffman vom Catalyst Energy Infrastructure Fund. Eine weitere Eskalation könne erhebliche Schäden an der Energieinfrastruktur der Region verursachen, deren Auswirkungen weit über den ersten Preisanstieg hinausreichen würden.

Ähnlich äußert sich Scott Shelton, Ölmarktanalyst bei TP ICAP. Sollte die Straße von Hormus erneut geschlossen werden, könnten die Ölpreise um weitere zehn US-Dollar pro Barrel steigen. „Wenn das Öl hingegen weiter fließt, dürfte das Aufwärtspotenzial von hier aus begrenzt sein“, so Shelton.

Es bleibt nun abzuwarten, ob der Friedensprozess zwischen den USA und Iran noch eine Chance hat, oder ob sich zumindest für die Straße von Hormus eine funktionale Lösung findet, um den Schiffsverkehr zu sichern. Der Iran hatte hier zuletzt massiv auf Transitgebühren gedrängt, was die USA und viele andere Länder strikt ablehnen.

Aus fundamentaler Sicht bleibt die Lage heute klar bullish, denn ein Ende der Eskalation am Persischen Golf scheint nicht in greifbarer Nähe zu liegen. Hinzu kommt, dass Russland gestern sein befürchtetes Diesel-Exportverbot ausgesprochen hat und damit die Angebotslage am Produktmarkt verschärft. Dementsprechend legen heute auch die Inlandspreise im Vergleich zu Mittwochmorgen stark zu.

8. Juli 2026

USA/Iran: Neue Angriffswelle und Sanktionsverschärfungen

Die Ölpreise haben schon gestern Abend wieder angezogen und bleiben auch heute gestützt, nachdem die USA als Reaktion auf Tankerangriffe in der Straße von Hormus Ziele im Iran attackiert hatten. Die Eskalation verschärft die Spannungen in der Region erheblich.

Nach Angaben des US-Zentralkommandos wurden bei den Vergeltungsschlägen mehr als 80 Ziele getroffen. Der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi kündigte eine Reaktion Teherans an. Das US-Finanzministerium hat zudem eine Sanktionsausnahme aufgehoben, die dem Iran den Verkauf von Öl ermöglicht hatte. Damit macht Washington einen zentralen Bestandteil des mit der Islamischen Republik vereinbarten vorläufigen Friedensabkommens rückgängig.

„Die jüngsten Ereignisse erinnern den Markt daran, wie fragil die Passage durch die Straße von Hormus nach wie vor ist“, kommentiert Saul Kavonic, leitender Energieanalyst bei MST Marquee. Dies stehe im Widerspruch zur bislang vorherrschenden Erwartung, dass ein Überangebot den Ölmarkt belasten könnte.

Zugleich könnten die Vorfälle Händler dazu veranlassen, ihre Wetten auf fallende Ölpreise aufzulösen. Sollten die Spannungen anhalten und der Schiffsverkehr dauerhaft unter 50 Prozent des Vorkriegsniveaus bleiben, könnten die daraus resultierenden Lieferengpässe die Ölpreise weiter stützen, so Kavonic.

Der Iran baut unterdessen seine Kontrolle über die Straße von Hormus aus und hat Schiffe angewiesen, eine Route näher an der iranischen Küste zu nutzen, anstatt der bisher üblichen Fahrrinne in Richtung Oman. Die USA bestehen dagegen darauf, dass die Wasserstraße – wie vor Ausbruch des Konflikts – für alle Schiffe frei passierbar bleiben müsse.

Die Kontrolle über die Straße von Hormus zählt zu den zentralen Streitpunkten zwischen Washington und Teheran. Am Dienstag teilte der Iran der Schifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen mit, er beanspruche Hoheitsrechte über Teile der Wasserstraße. Vor dem Krieg wurde über die Meerenge täglich rund ein Fünftel des globalen Ölhandels abgewickelt.

Zuletzt hatten die meisten Marktbeobachter eine schnelle Erholung am Persischen Golf eingepreist und ihre Angebotsprognosen wieder nach oben geschraubt. Erst gestern hatte die EIA für 2027 ein exorbitantes Überangebot von +5,03 Mio. B/T prognostiziert (07.07.2026 EIA: Massive Korrektur der bisherigen Erwartungen). Diese Schätzungen müssten wohl revidiert werden, sollte es zu einer neuerlichen Blockade der Straße von Hormus oder zu weiteren Beschädigungen an der Ölinfrastruktur der Golfstaaten kommen.

Beruhigende Worte findet Marktexpertin Carolyn Kissane vom Center for Global Affairs der New York University. Ihrer Ansicht nach dürfte der Anstieg der Ölpreise nur von begrenzter Dauer sein, sofern es nicht zu weiteren Angriffen kommt. Die aktuelle Lage sei „die neue Normalität“: eine Waffenruhe, die faktisch keine echte Waffenruhe sei. Mit vergleichbaren Zwischenfällen müsse daher auch künftig in regelmäßigen Abständen gerechnet werden – und die Finanzmärkte hätten begonnen, sich darauf einzustellen.

7. Juli 2026

Neue iranische Angriffe auf Handelsschiffe

Die Lage am Persischen Golf bleibt weiterhin im Fokus der Ölmarktteilnehmer, nachdem es erneut zu Angriffen auf Schiffe in der Straße von Hormus gekommen war. Die Vorfälle unterstreichen die anhaltenden Risiken für den Schiffsverkehr auf der strategisch wichtigen Wasserstraße, obwohl die Ölströme in den letzten Wochen wieder an Fahrt aufgenommen haben.

„Die jüngsten Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf zeigen, dass wir von einer Normalisierung noch weit entfernt sind“, meint Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei ING. Er vermutet, dass eine Reaktion der USA auf die Angriffe den Ölpreisen kurzfristig etwas Auftrieb verleihen könnte, rechnet aber Angesichts der insgesamt bearishen Marktstimmung und der Schwäche am physischen Markt nicht mit einem längerfristigen Preisanstieg.

Die Angriffe erinnerten die Anleger daran, dass die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten weiterhin auf wackeligen Beinen stehe, warnt auch Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets. So könnte der Markt einen Teil der „Hormus-Risikoprämie“ wieder einpreisen. Allerdings glaubt die Expertin nicht, dass es wieder zu einer vollständigen Unterbrechung der Lieferungen kommen wird.

Insgesamt, so Chanana, bleibe das fundamentale Umfeld für den Ölmarkt belastend. Die Saxo-Analystin zielt dabei auf die OPEC+ Förderunganhebungen, die Angebotserholung in der Golfregion und die bearishe Contango-Marktstruktur bei einigen Öl-Benchmarks ab. All das deute auf ein kurzfristig gut versorgtes physisches Marktumfeld hin.

Mit der Erholung in der Golfregion richtet sich der Fokus der Händler zudem vermehrt auf das steigende Angebot und die Nachfrageaussichten. „Wir werden insbesondere auf erste Anzeichen einer Nachfragereaktion achten, vor allem aus China“, sagt Tim Waterer, Chef-Marktanalyst bei KCM Trade. „Der Markt hat viele der positiven Angebotsnachrichten bereits eingepreist. Die nächste Bewegung der Ölpreise wird davon abhängen, ob die tatsächliche Nachfrage mit den optimistischen Schlagzeilen Schritt hält.“

Unterdessen hat die Saudi Aramco gestern angekündigt, ihre Ölpreise für asiatische Kunden im August um 11 Dollar auf einen Abschlag von -1,50 Dollar gegenüber der regionalen Referenzsorte zu senken. Zuletzt hatte der Konzern sein Öl während der Preiskriege in den Jahren 2020 und 2015 mit einem Abschlag zur Benchmark Oman-Dubai Average angeboten (06.07.2026 Preiskampf eröffnet: Aramco senkt Ölpreise drastisch). Marktteilnehmer erwarten, dass andere Produzenten der Region nachziehen und damit faktisch einen neuer Preiskampf eingeleitet wurde.

Der Schritt aus Riad folgt auf die Entscheidung der OPEC+-Staaten vom Wochenende, darunter Saudi-Arabien, ihre Förderquoten für den kommenden Monat anzuheben. Dies erhöht die Aussicht auf ein größeres Angebot am Weltmarkt. Zwar sind die zusätzlichen Fördermengen bislang überwiegend theoretischer Natur, doch signalisiert die Entscheidung den Willen der Produzenten, ihre Förderung mit der fortschreitenden Normalisierung der Marktbedingungen auszuweiten.

Am Ölmarkt ergibt sich damit mehr und mehr ein Spannungsfeld aus kurzfristigen geopolitischen Risiken, die sich vor allem auch bei den Produkten durch die anhaltenden Raffinerieprobleme in Russland niederschlägt, und längerfristiger Aussicht auf Angebotsüberschuss und schwach bleibende Nachfrage – vor allem aus China. Die fundamentale Einschätzung bleibt damit erst einmal neutral, obwohl kurzfristig die bullishen Aspekte Oberhand gewinnen.

6. Juli 2026

Ölangebot erholt sich – bleibt aber gedämpft

Die Preise für Rohöl haben sich an den internationalen Ölbörsen in der vergangenen Woche nur noch mäßig nach unten bewegt. Der Großteil der Gewinnmitnahmen erfolgte in den Wochen zuvor und nach der Einigung auf einen 60 tägigen Waffenstillstand zwischen USA und Iran Mitte Juni.

Mittel- und Langfristig werden die Produktionsmengen sicherlich weiter steigen, Knackpunkt wird allerdings weiterhin bleiben wie viel Öl tatsächlich durch die Straße von Hormus auf den Weltmarkt kommt und wie schnell die Produktionskapazitäten der Anrainer auf Vorkriegs-Niveau steigen werden. Noch liegen die Exporte rund 40 % unter den Mengen, die vor der US-Angriffe auf den Iran registriert wurden.

Teilweise preist der Markt schon eine Überversorgung ein, wie sich an der beginnenden Contango Konstellation bei Brent zeigt (03.07.2026 Angebotsentspannung zeigt sich in Contango-Struktur). Allerdings ist dies eher eine Wette auf die künftige Entwicklung, die sich dann auszahlt, wenn sich die Lieferwege normalisieren und die OPEC+ Länder ihre geplanten Produktionssteigerungen auch tatsächlich umsetzen können. „Der kurzfristige Fokus wird darauf liegen, wie viele Tanker die Straße von Hormus passieren können und wie schnell sich die Nachfrage sowie die chinesischen Rohölimporte wieder erholen,“ so Analyst Giovanni Staunovo, von der UBS.

Detailliertere Einblicke in die aktuelle Entwicklung hierzu wird es von den anstehenden Monatsreports von EIA, IEA und OPEC in dieser Woche geben. Vor allem der morgige EIA Report wird umfangreiche Zahlen zu Fördermengen, Nachfrage und der erwarteten Preisentwicklung liefern.

Fundamental verpufft die Anhebung der OPEC+ Quoten, da diese auf den physischen Markt keinerlei Auswirkung haben wird – zumindest nicht kurzfristig. Da man zunächst weitere konkrete Zahlen zu Exporten und Förderung braucht, nehmen wir heute zunächst eine neutrale Haltung ein, während die mittel- bis langfristige Stimmung eher bearish ist.

3. Juli 2026

Kuwaits Rohölförderung im Juni deutlich gestiegen

Die Kurse an ICE und NYMEX haben am Freitag vor dem langen Feiertagswochenende in den USA leicht zugelegt. Insgesamt bleiben die Ölbörsen allerdings unter Druck, da die Marktteilnehmer optimistisch auf die laufenden Be-mühungen der USA und Irans um eine Entspannung im Nahen Osten blicken. Gleichzeitig erholt sich die Lage im Persischen Golf zusehends.
Entsprechend waren Brent und WTI gestern auf den tiefsten Stand seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran Ende Februar gefallen. Auf Wochensicht blieben die Kursbewegungen allerdings extrem gering. Brent ver-zeichnete einen Wochenrückgang von 0,02%, WTI legte minimal um 0,12% zu.
Die Marktstruktur bei Brent ist unterdessen aber ins Contango umgeschwungen und signalisiert damit, dass die Anleger ihre Sorgen um eine Unterversorgung erst einmal wieder ad acta gelegt haben. Kein Wunder, haben doch die meisten Golfstaaten ihre Export und Produktionsmengen zuletzt schneller als erwartet wieder hochfahren kön-nen 02.07.2026 Saudische Rohölexporte nur noch knapp unter Vorkriegs Niveau; 30.06.2026 Iraks Ölexporte neh-men wieder an Fahrt auf, zuletzt offenbar auch Kuwait.
Die Fundamentaldaten rücken rasch wieder in den Vordergrund, da die Störungen in der Strasse von Hormus nach-lassen und sich die Schifffahrtsströme normalisieren“, erläutern Francesco Martoccia und Eric Lee von der Citigroup. Sie empfehlen weiterhin, sommerliche Kursanstiege zum Verkauf zu nutzen, und erwarten, dass der Brent Preis bis zum Jahreswechsel auf 60 bis 65 Dollar pro Barrel fallen wird.
Gleichzeitig warnen die Analysten, dass der Verhandlungsprozess zwischen den USA und Iran weiterhin fragil sei. Zudem gebe es nach wie vor Streit über die Verwaltung der Strasse von Hormus sowie mögliche Transitgebühren. Nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen gehen einige europäische Staaten inzwischen davon aus, dass Gebühren für die Passage der Meerenge unvermeidlich werden. Schiffe müssten demnach künftig Zahlungen an den Iran und den Oman leisten.

2. Juli 2026

Schiffsverkehr erholt sich – Straße von Hormus bleibt Verhandlungsthema

Die Ölpreise sind den dritten Handelstag in Folge gefallen. Ausschlaggebend sind steigende Öllieferungen durch die Straße von Hormus sowie Anzeichen für Fortschritte bei den indirekten Gesprächen zwischen den USA und dem Iran.

Die Verhandlungen hätten bei Fragen rund um das „Memorandum of Understanding“, das den Krieg im Juni beendet hatte, „positive Fortschritte“ erzielt, erklärte ein Sprecher des katarischen Außenministeriums auf der Plattform X. Auch US-Präsident Donald Trump sprach von Fortschritten bei den Gesprächen.

„Die Preise geben weiter nach, da der starke Anstieg der Ölexporte durch die Straße von Hormus mit der Freigabe strategischer Ölreserven und einer gedämpften Nachfrage zusammenfällt. Gleichzeitig bleiben Spannungen zwischen dem Iran und den USA zumindest vorerst begrenzt“, kommentiert Saul Kavonic, Energieanalyst bei MST Marquee.

Schon gestern hatten die beiden Rohölkontrakte an ICE und NYMEX mehr als 1% verloren und damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten erreicht. Marktbeobachter und Analysten gehen inzwischen wieder vermehrt davon aus, dass mit der Normalisierung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus auch das schon letztes Jahr erwartete Überangebot am Ölmarkt wieder zurückkehrt (01.07.2026 Goldman Sachs: Nach Iran-Krieg nun wieder Überangebot).

Dieser Meinung sind auch die Analysten bei Haitong Futures in Shanghai, die zudem darauf hinweisen, dass der verschärfte Wettbewerb um Marktanteile die Preise zusätzlich unter Druck setzt. Zudem dürften sich die OPEC+-Staaten bei ihrem Treffen am Sonntag nach Angaben aus informierten Kreisen auf eine weitere Anhebung ihrer Förderziele ab August verständigen. Mit einer Normalisierung der Lage am Persischen Golf wird die Umsetzung dieser Anhebungen auch wieder realistischer und würde die Rückkehr zu einem Marktüberschuss unterstützen.

Entsprechend korrigieren immer mehr Banken ihre Preisprognosen nach unten, zuletzt auch die Schweizer Großbank UBS, die ihre durchschnittliche Brent-Prognose für das dritte Quartal um 25 Dollar pro Barrel gesenkt hat. Für die zweite Jahreshälfte erwartet die Bank nun einen durchschnittlichen Brent-Preis von 80 Dollar. Für 2027 rechnet sie mit einem Durchschnittspreis von 75 Dollar.

Gleichzeitig warnte die UBS davor, bereits von einer vollständigen Normalisierung der Lage auszugehen. Das Risiko steigender Preise überwiege weiterhin, da die Zahl der in den Persischen Golf einlaufenden Tanker hinter der der auslaufenden Schiffe zurückbleibe. MST Marquee-Analyst Kavonic weist zudem darauf hin, dass die Frage nach der Kontrolle über die Straße von Hormus noch nicht abschließend geklärt sei.

Nach seiner Einschätzung könnte die Islamische Revolutionsgarde wenig Interesse daran haben, ihren Einfluss auf die Straße von Hormus aufzugeben. Die Möglichkeit, den globalen Ölhandel an diesem Engpass zu kontrollieren, sei ihr wichtigstes Druckmittel gegenüber der internationalen Gemeinschaft. Teheran hatte zuletzt immer wieder Pläne für Transitgebühren vorangetrieben, die jedoch von den USA strikt abgelehnt werden.

1. Juli 2026

Rohölbestände gesunken, Entspannung in Cushing

Der Ölmarkt steht auch zur Wochenmitte weiterhin im Zeichen der diplomatischen Bemühungen zwischen den USA und dem Iran sowie der schrittweisen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Brent notiert heute früh um die 73 Dollar, nachdem der Kontrakt in den vergangenen drei Monaten nahezu ein Drittel seines Wertes eingebüßt hatte.

Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters verliefen die Gespräche der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in Katar positiv. Auch die technischen Verhandlungen mit dem Iran kämen voran. Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, und der Sondergesandte Witkoff waren am Dienstag zu den von der US-Regierung als „hochrangig“ bezeichneten Gesprächen in Doha eingetroffen. Iran und Gastgeber Katar stellten jedoch klar, dass die US-Delegation nicht direkt mit iranischen Vertretern zusammentreffen werde, sondern über Vermittler verhandle.

Unterdessen mehren sich die Anzeichen für eine Erholung des Tankerverkehrs durch die Straße von Hormus. Seit den gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran am vergangenen Wochenende hat die Zahl der Schiffsbewegungen wieder zugenommen. US-Vizepräsident JD Vance erklärte sogar, die Öllieferungen durch die Meerenge hätten inzwischen wieder das Vorkriegsniveau erreicht. Dennoch bleibt die Lage weiterhin fragil.

So bekräftigte etwa der Iran erneut seinen Anspruch auf Kontrolle des Schiffsverkehrs durch die wichtige Wasserstraße und trieb seinen Plan, Transitgebühren zu erheben, weiter voran. Dies verdeutlicht, dass zentrale Streitpunkte – darunter auch das iranische Atomprogramm oder ein dauerhaftes Ende der Kämpfe im Libanon – weiterhin ungelöst sind und die Gespräche innerhalb der 60-tägigen Frist erschweren dürften.

„Die Straße von Hormus öffnet sich zwar weiter, doch die Entwicklung bleibt lückenhaft, unvorhersehbar und nicht vollständig transparent. Solange es keine neue Annäherung zwischen Washington und Teheran gibt, dürfte der Markt zunächst abwarten, bevor die Rohölpreise ihren Abwärtstrend wieder aufnehmen“, meint deshalb Vandana Hari, Gründerin des Analysehauses Vanda Insights.

Andere Analysten zeigen sich optimistischer. „Wir erwarten, dass der Konflikt bis Ende Juli beendet sein wird“, glaubt etwa Samantha Dart von der globalen Rohstoffanalyse bei Goldman Sachs. „Sobald sich die Schiffsströme durch die Straße von Hormus normalisieren, rechnen wir mit einem Überangebot am Ölmarkt.“

Goldman Sachs prognostiziert für das kommende Jahr einen Angebotsüberschuss von nahezu 2 Mio. B/T – selbst unter Berücksichtigung der Wiederauffüllung strategischer Ölreserven. Auch Morgan Stanley warnte zuletzt vor einem drohenden Überangebot, da sich die Transporte durch die Straße von Hormus schneller als erwartet normalisieren. Die Bank senkte deshalb ihre Preisprognosen innerhalb von rund zwei Wochen bereits zum zweiten Mal (30.06.2026 Morgan Stanley senkt Preisprognosen erneut).

Heute wartet man am Ölmarkt nun noch auf den DOE–Bestandsbericht, der zumindest kurzfristig ein Bild der Angebotslage in den USA liefern wird. Sollte sich die Lage im Zentrallager in Cushing entgegen der API-Daten doch wieder verschärft haben, könnte der Bericht durchaus bullishe Signale liefern.

Unabhängig davon bleibt unsere fundamentale Einschätzung aber dennoch leicht bearish, denn auch, wenn es aktuell keine direkten Gespräche zwischen Iran und den USA gibt, bleiben die diplomatischen Kanäle dennoch zumindest offen. Zudem bleibt die Straße von Hormus offen und die Exporte am Persischen Golf scheinen sich schneller zu erholen als angenommen.

30. Juni 2026

Morgan Stanley senkt Preisprognosen erneut

Nach den gegenseitigen Angriffen vom Wochenende sind die Marktteilnehmer darauf gespannt, ob es im katarischen Doha am heutigen Dienstag tatsächlich zu den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran kommen wird, die US-Präsident Trump in einem Post auf seiner Kommunikationsplattform am gestrigen Montag ankündigte. Von iranischer Seite hieß es zuletzt, man werde zwar Gespräche führen, allerdings nur mit dem Oman und zwar darüber, wie die gemeinsame Regulierung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus künftig vonstatten gehen soll.

In einer Pressekonferenz stellte der stellvertretende iranische Außenminister Kazem Gharibabadi am gestrigen Montag auch klar, dass sein Land die Regulierung des Schiffsverkehrs in der Meerenge auch alleine übernehmen werde, "falls Oman aus irgendeinem Grund kein Interesse daran hat." Der Iran werde vorübergehende Transitrouten in der Straße von Hormus festlegen und habe den Oman gewarnt, "dass andere Länder kein Recht haben, sich in diese Angelegenheit einzumischen", so Gharibabadi weiter. Nach ausgiebigem Kooperationswillen klingt dies nicht, sodass auch die Frage bleibt, ob die Durchfahrt durch die für den internationalen Handel so wichtige Meerenge nach der 60-tägigen Schonfrist im Hinblick auf Transitgebühren weiterhin ohne Abgaben an den Iran möglich sein wird.

US-Präsident Trump hielt seine Aussagen gegenüber Journalisten zu den von ihm angekündigten Verhandlungen in Doha am gestrigen Montag gewohnt vage und sagte, das Treffen werde "vielleicht wichtig (sein), vielleicht auch nicht." Laut Analyst Tim Waterer von KCM Trade ist der Markt daher zwar "vorsichtig optimistisch, hält sich aber noch bedeckt, bis wir konkretere Anzeichen einer Deeskalation sehen."

Auf Seite der Nachfrage sorgten heute Morgen besser als erwartete Einkaufsmanagerindizes aus China für leichten Optimismus. "Die besten offiziellen EMI-Werte seit zehn Monaten deuten darauf hin, dass die chinesische Wirtschaft wieder etwas an Dynamik gewonnen hat", kommentiert Julian Evans-Pritchard, Leiter der Abteilung für chinesische Wirtschaft bei Capital Economics, die heute Morgen veröffentlichten Indizes für Juni. Allerdings warnt Evans-Pritchard auch, dass sich die Erholung stark auf Exporte und mit KI verbundener Technologie stütze.

Wie sich die Nachfrage in den USA in der vergangenen Woche entwickelt hat, wird der Ölmarktbericht des DOE morgen um 16:30 Uhr zeigen. Auch wird aus dem Bericht natürlich hervorgehen, wie sich die US-Ölbestände in der Woche zum 26. Juni entwickelt haben, allen voran, ob die Vorräte im US-Zentrallager in Cushing (Oklahoma) noch stärker gesunken sind, nachdem sie bereits in der Woche zuvor unter das operative Minimum gerutscht waren.

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