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News Übersicht

25. August 2026

US-Finanzministerium verschärft Iran-Sanktionen mit "Operation wirtschaftlicher Außenseiter"

Die Preise der beiden Rohölkontrakte Brent und WTI gaben im gestrigen Handelsverlauf nach. Am Morgen nach der Bekanntgabe der US-Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolierung Irans notieren die beiden Kontrakte heute Morgen nahe den Settlementniveaus von Montag.

"Der Markt scheint von Washingtons Drängen auf einen stärkeren wirtschaftlichen Druck auf den Iran weitgehend unbeeindruckt zu sein", kommentieren die Analysten der ING Bank die Wirkung der gestrigen Bekanntgabe des US-Finanzministeriums auf die Preise an den Ölbörsen. In ihrer Mitteilung fügen sie hinzu: "Händler betrachten die US-Bemühungen, Partner vom Iran-Handel abzulenken, eher als marginal denn als marktbewegend". Die Tatsache, dass es eine Übergangsfrist zur Beendigung von Geschäften mit dem Iran für die immer noch mit der Islamischen Republik wirtschaftlich verbundenen Länder gibt und auch keine konkreten Staaten genannt wurden, machte den gestrigen Montag nach Einschätzung der Marktteilnehmer wohl nicht gerade zum "wirtschaftlichen D-Day", von dem US-Präsident Trump im Vorfeld gesprochen hatte.

"Solange Sekundärsanktionen nicht den Zugang zu iranischem Rohöl – sei es zum Kauf, Transport oder zur Finanzierung – einschränken, sehen Händler meiner Meinung nach wenig Grund, einen weiteren geopolitische Risikoaufschlag einzupreisen", so die Ansicht von Haris Khurshid, CIO von Karobaar Capital LP, der die gestern verkündeten Maßnahmen eher als "Warnung vor der künftigen politischen Ausrichtung, denn als einen unmittelbaren Schock für das physische Angebot" einstuft.
Das größere Risiko besteht aktuell wohl darin, dass der Iran wieder damit beginnen könnte, US-Anlagen und vor allem Energieinfrastruktur in den Ländern am Persischen Golf anzugreifen. Drohungen dieser Art hatten einige Vertreter der iranischen Regierung bereits in den vergangenen Tagen geäußert, wenngleich Irans Präsident Masud Peseschkian auch die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung des Konflikts nicht aufgeben wollte.
In der Nähe der Straße von Hormus wurde gestern ein erneuter Angriff auf einen Öltanker gemeldet. Dieser sei laut der britischen Behörde UKMTO nordöstlich von Ash Shishah (Oman) von einem Geschoss getroffen und manövrierunfähig gemacht worden. Allerdings war es in den Vergangenen Wochen immer wieder zu Angriffen auf Schiffe in der Region in und um die Straße von Hormus gekommen, sodass dieser Vorfall nicht unbedingt eine direkte Reaktion auf die neuen US-Sanktionen gewesen sein muss. Unterdessen soll im Roten Meer ein saudischer Supertanker von den Huthi angegriffen worden sein. Dieser Angriff stellte angeblich eine Vergeltungsmaßnahme für eine Militäroperation der Saudis dar, die auf Häfen in von der Miliz kontrollierten Gebieten im Jemen abgezielt hatte.

Aktuelle Daten zur Versorgungslage in den USA wird es heute um 22:30 Uhr geben, wenn das API seine wöchentlichen Bestandsschätzungen herausgibt. Die offiziellen Daten des US-Energieministeriums (DOE) werden wie üblich morgen um 16:30 Uhr folgen und auch konkrete Daten zur Nachfrage, sowie zu Raffinerieauslastung und Rohölproduktion enthalten.

24. August 2026

Ölfutures vor Ankündigung der US-Maßnahmen gegen Iran weicher

Die Aufmerksamkeit der Trader an den Ölmärkten wird zu Beginn der neuen Handelswoche vor allem auf die Maßnahmen der USA zur wirtschaftlichen Isolierung Irans gerichtet sein, die US-Finanzminister Scott Bessent um 20 Uhr (MESZ) bekannt geben will. Die iranische Führung scheint von den angedrohten Maßnahmen eher unbeeindruckt.

So warnte der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran am gestrigen Sonntag über soziale Medien: "Wenn der Wirtschaftskrieg andauert, wird kein einziger Tropfen Öl exportiert werden, weder durch die Straße von Hormus noch aus dem Persischen Golf". Der iranische Außenminister Abbas Araghchi kommentierte die Drohungen der USA unterdessen mit den Worten: "Ihnen fällt keine andere Lösung ein, um dem großen iranischen Volk entgegenzutreten, deshalb bringen sie immer wieder die gleichen alten Pläne vor".

Der Analyst Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia, hegt ebenfalls noch Zweifel an der Wirksamkeit der angedrohten US-Maßnahmen gegen den Iran, warnt jedoch in einer Notiz auch: "Sollten die US-Maßnahmen (...) wie beabsichtigt wirken, stellt Irans Fähigkeit, mit verstärkter Gewalt zu reagieren, ein wachsendes Risiko für die Energiemärkte dar, das berücksichtigt werden muss."

Die Frage ist auch, wie China reagiert, das von den US-Maßnahmen wohl auch betroffen wäre, da es zuletzt noch einer der Hauptabnehmer iranischen Öls war. In einem Beitrag, der am gestrigen Sonntag in der Wirtschaftszeitung Financial Times veröffentlicht wurde, kündigte der US-Finanzminister an, Washington werde auch gegen "ängstliche Nationen" vorgehen, die gegenüber dem Iran "Beschwichtigungspolitik" betreiben und weiterhin wirtschaftliche Verbindungen mit der Islamischen Republik aufrecht erhalten würden. Diese "täten gut daran, die Konsequenzen einer Beibehaltung dieses Zustands zu bedenken", so Bessent in dem Beitrag.

Was bereits klar scheint, ist, dass die Unsicherheit hinsichtlich des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus wohl noch eine Weile andauern wird, wenngleich der Iran hin und wieder einige Tanker durch die Meerenge hindurch lässt. Auch die Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer bleibt weiterhin bestehen.

"Das Rohölangebot wird knapper", warnen daher die Analysten von Morgan Stanley. "In den letzten Wochen war einer der stärksten Rückgänge bei den Ölreserven auf See zu beobachten, während auch die Lagerbestände an Land, unter anderem in China, zurückgehen", heißt es in einer Mitteilung der Analysten weiter. Dies liege vor allem an der Verknappung des Angebots - besonders jenem aus dem Nahen Osten, "wo mehrere Datenquellen die Gesamtexporte wieder auf dem [niedrigen] Niveau von März/April ansetzen".

21. August 2026

Bessent: Details zu Plan zur wirtschaftlichen Isolierung Irans am Montag

Derzeit sieht es so aus, als ob die Preise der beiden Rohölkontrakte Brent und WTI an den Anstieg, den sie in der vergangenen Woche verzeichneten, in dieser Woche anknüpfen. Dabei bleiben sie bislang jedoch noch unterhalb der psychologisch wichtigen Preisniveaus von 95 Dollar (Brent) bzw. 90 Dollar (WTI).
Eine weitere militärische Eskalation des Iran Konflikts seitens der USA ist zwar mittlerweile unwahrscheinlicher geworden, allerdings bleibt die Sorge, dass sich die Öllieferungen über die Strasse von Hormus in naher Zukunft nicht normalisieren dürften. Zwar können derzeit immer wieder Schiffe die Meerenge durchfahren, als sichere Route taugt diese allerdings bei Weitem nicht. Ob sich dies durch die neue Strategie der USA ändern wird, bleibt abzuwarten.
Ich mache mir etwas Sorgen wegen unbeabsichtigter Folgen, da dies bedeuten könnte, dass China insgesamt noch weniger Öl am Markt kauft, die Raffineriedurchsätze weiter drosselt und noch weniger exportiert, schreibt Scott Shelton von TP ICAP in einer Mitteilung zum Thema. Die Volksrepublik ist der grösste Rohölimporteur der Welt und hat somit einen massgeblichen Einfluss auf das Marktgleichgewicht und die Preisentwicklung.
Analysten von BMI teilten heute mit, sie würden ihre Preisprognose für Brent diesen Monat prüfen und diese wohl voraussichtlich nach oben korrigieren, da es tendenziell eher Aufwärtsrisiken gebe. Die Exporte stehen bereits unter erheblichem Druck, aufgrund der beiden Störungen, die in der Straße von Hormus durch die iranische Blockade der Meerenge und die US-Seeblockade gegen den Iran verursacht werden, und im Roten Meer aufgrund des Houthi Embargos, führt BMI aus.
Vor allem über die Produktkontrakte wurden die Ölpreise in dieser Woche aber auch weiterhin durch die zahlreichen An-griffe der Ukraine auf Russlands Energieinfrastruktur gestützt. Dabei sollen auch erneut mehrere grössere Raffinerien getroffen worden sein, was die Angebotslage bei den Produkten beeinträchtigt. Zudem nahm in den USA nach einer kurzen Verschnaufpause vergangene Woche auch die Nachfrage nach Destillaten wieder zu, während die US-Destillatexporte wieder deutlich nachliessen.
Der europäische Mitteldestillatkontrakt Gasoil notiert heute Morgen allerdings bisher unterhalb des Vortageshochs und testete zuletzt auch die erste Unterstützung. Gleiches gilt für Brent und WTI. Bei den Inlandspreisen zeichnet sich aktuell jedoch immer noch Potenzial für nennenswerte Aufschläge ab.

20. August 2026

Saudi-Arabien erfüllt seine Lieferverpflichtungen

Trumps neue Ankündigung den Iran zu isolieren hat zumindest an den Ölbörsen nicht zu einer großen Reaktion geführt. Bis nicht klar ist welche Maßnahmen die USA planen und wie man diese tatsächlich – auch gegen den Widerstand Chinas – durchsetzen will, dürfte der Markt diese Meldung auch relativ entspannt sehen.

Die US-Regierung hat bereits Ölexporte des Irans mit einer Seeblockade auf größtmögliche Weise sanktioniert und auch Geldtransfers sowie Vermögenswerte eingefroren. Inwiefern jetzt noch Mittel ergriffen werden, die der Iran in der Vergangenheit nicht schon umgangen hatte, bleibt ein Rätsel.

Eine wichtigere Erkenntnis ist vielmehr, dass Trump wohl nicht mehr auf eine militärische Eskalation setzt und derzeit auch keine Verhandlungen mit dem Iran führen will. Das bedeutet aber auch, dass ein schnelles Ende des Konflikts und Lösung der Situation rund um die Straße von Hormus nicht zu erwarten ist.

Irans jüngste Angriffe auf die VAE haben zudem für den Abbruch von Beziehungen zwischen den Ländern gesorgt, was einen weiteren diplomatischen Gesprächskanal zwischen USA und Teheran schließt. „Die Ölpreise blieben auf erhöhtem Niveau, da der Markt zwar durch vereinzelte Angriffe im Nahen Osten gestützt wird, ihm jedoch ohne eine größere Eskalation neue Impulse fehlen. Angesichts der Ungewissheit über Friedensgespräche sowie der Spannungen unter Beteiligung der Vereinigten Arabischen Emirate, des Oman und des Iran dürfte der Markt einen allmählichen Aufwärtstrend beibehalten“, so die Einschätzung von Analyst Hiroyuki Kikukawa, von Nissan Securities.

Ähnlich schätzt man die Situation auch bei Global Risk Management ein: „Die Kombination aus der Eskalation zwischen den VAE und dem Iran sowie einem Markt, der zunehmend ein Szenario einpreist [in dem die Straße von Hormus] länger geschlossen bleibt, stützt die Preise für Öl und raffinierte Produkte“, so Arne Lohmann Rasmussen.

Aktuell aber konsolidieren die Notierungen auf hohem Niveau und warten auf neue Nachrichten. „Dass sich der Ölpreis kaum bewegt hat, ist womöglich die eigentliche Nachricht. Nach sechs Monaten hat der Markt gelernt den Preis für Rohöl nicht bei jeder neuen Schlagzeile sofort anzupassen. Trumps Äußerungen sind zwar von Bedeutung, doch letztlich zählen vor allem die Ölmengen, die durch die Straße von Hormus transportiert werden. Solange die tatsächlichen Warenströme die Rhetorik nicht bestätigen, misst der Markt dem ganzen ‚Grundrauschen‘ meiner Meinung nach wenig Bedeutung bei“, sagt Haris Khurshid, Analyst bei Karobaar Capital LP.

Fundamental scheinen die derzeitigen Lieferausfälle und bullishen Meldungen weitestgehend eingepreist zu sein. Der Umstand, dass die Saudis einigen europäischen Raffinerien volle Liefermengen im September zuteilen, ist ein Signal, dass sich die Lage eventuell etwas entspannt hat. Daher nehmen wir heute Morgen eine fundamental neutrale Haltung ein, während sich bei den rechnerischen Inlandspreisen moderate Abwärtspotenziale abzeichnen.

19. August 2026

Irak plant Umgehung von Straße von Hormus

Im Mittleren Osten zeichnet sich aktuell keine Lösung des Konflikts zwischen USA und Iran ab. Als positiv daran kann man höchstens interpretieren, dass dies ein wenig die Volatilität aus dem Markt nimmt. Allerdings sind die festgefahrenen Verhandlungen und die faktische Stilllegung der Straße von Hormus kein positives Zeichen für die generelle Versorgungslage.

Diese wird damit auf unbestimmte Zeit knapp bleiben und für weiter hohe Preise an den Ölbörsen sorgen. „Neue Angriffe im Mittleren Osten erhöhen die Aussicht auf anhaltende Angebotsunterbrechungen“, so die Experten der ANZ Research. Die Länder der Region versuchen ihre Exportrouten zwar zu diversifizieren, die Abhängigkeit von der Straße von Hormus lässt sich allerdings weder kurz- noch langfristig vollständig beenden.

So lange die Kraftstoff- und Rohölversorgung aus der Region nicht ungehindert fließt, ist nicht mit einer nachhaltigen Entlastung an den Ölbörsen zu rechnen. „Die nächste Phase bei den Ölpreisen könnte weniger durch eine weitere spektakuläre Schlagzeile getrieben werden, als vielmehr durch die Angst des Marktes, beim physischen Handel auf der falschen Seite zu stehen“, so Analystin Priyanka Sachdeva, von Phillip Nova Pte Ltd. Damit spielt sie auf die etwas optimistisch eingeschätzte Marktannahme an, dass die Konfliktparteien eine Lösung für die Straße von Hormus finden.

Ohne Meldungen, dass eine Einigung nahe sei oder man sich gegenseitig vernichten will, kann die Volatilität am Ölmarkt nun etwas abnehmen. Die Preise aber werden dabei eher weniger sinken, da täglich viele Mio. Barrel an Öl fehlen (18.08.2026 Korrektur: Iran-USA-Konflikt: Größter Ölversorgungseinbruch seit fast 70 Jahren). Meldungen wie die US-Rohöldaten werden dabei weiter in den Hintergrund gedrängt.

18. August 2026

Blitzeinschlag in wichtigem Kraftstoff-Tanklager der USA

Die Preise der beiden Rohölkontrakte Brent und WTI liegen heute Morgen wieder oberhalb der psychologisch wichtigen Niveaus von 90 Dollar bzw. 85 Dollar. Dies liegt vor allem an der schwindenden Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs und damit auch der Beeinträchtigung der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Die Produktkontrakte wurden außerdem zuletzt durch einen Brand an einem wichtigen US-Kraftstofftanklager gestützt, der auf kurze Sicht wieder zu einer angespannteren Versorgungslage am Kraftstoffmarkt in den USA führen könnte.

US-Präsident Trump verkündete am gestrigen Montag, er habe kein Interesse an einer Verlängerung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran. Offenbar ist der Plan Washingtons nun, die Islamische Republik mit wirtschaftlichen Maßnahmen zu zermürben, wobei der Fokus aktuell noch auf der Seeblockade Irans liegt. Die jüngsten Drohungen gegen den Oman, sollte dieser die Seeblockade nicht unterstützen, trägt allerdings nicht dazu bei, dass die geopolitischen Aufschläge, die von den Marktteilnehmern zuletzt erneut eingepreist wurden, wieder nachlassen. Gleiches gilt für die Meldungen, denen zufolge der Iran bei einem Scheitern der diplomatischen Bemühungen zur Lösung des Konflikts eine militärische Eskalation in Erwägung ziehe, mit der die Seeblockade durchbrochen werden soll.
Unterdessen nehmen die Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus wieder zu und stützen die Ölpreise. Laut Suvro Sarkar, Leiter der Energieforschung bei der DBS Bank, dürften die Preise zwischen 80 und 100 Dollar schwanken, solange es keine Klarheit im Hinblick auf ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran gibt. "Das Fehlen jeglicher Einigung wird sich auch im vierten Quartal und sogar noch im Jahr 2027 auf die Ölpreiserwartungen auswirken", so Sarkars Einschätzung.
Die Meldung über die Wiederaufnahme des Betriebs am Schwarzmeerexportterminal des Caspian Pipeline Consortium (CPC), über das hauptsächlich Rohöl aus Kasachstan exportiert wird, könnte die Preisanstiege etwas abschwächen. Die Frage ist jedoch, wie lange der Betrieb des Terminals aufrecht erhalten werden kann.
Auf kurze Sicht könnte auch der Brand an einem wichtigen US-Kraftstofftanklager bullish wirken, da das Lager einen Knotenpunkt des Explorer Pipeline-Systems darstellt, über das Kraftstoffe von der US-Golfküste ins Landesinnere und von Dort weiter in den Nordosten der USA befördert werden. In der Woche zum 7. August hatte sich die Versorgungslage bei den Destillaten in den USA angesichts eines Nachfragerückgangs wieder etwas entspannt. Zumindest regional könnte sich dies nun vorübergehend wieder ändern.
In den Bestandsberichten die API und DOE in dieser Woche veröffentlichen, wird der Einfluss des Brandes am Tanklager jedoch noch nicht abgebildet sein. Sowohl die Schätzungen, die das API heute um 22:30 Uhr herausgibt, wie auch der offizielle DOE-Bericht, der morgen um 16:30 Uhr fällig ist, spiegeln die Entwicklung in der Woche zum 14. August ab.

17. August 2026

Trump will Straße von Hormus zu US-Territorium erklären

Die Trader an den Ölbörsen dürften in dieser Woche besonders gespannt sein, wie die "beispiellosen Maßnahmen" der USA zur wirtschaftlichen Isolierung Irans, die US-Finanzminister Scott Bessent vergangene Woche ankündigte, wohl aussehen. Das 60-tägige Rahmenabkommen, auf das sich die beiden Länder im Juni noch geeinigt hatten, läuft theoretisch heute aus, wobei es eigentlich von beiden Seiten ohnehin schon längst aufgekündigt wurde.
"Die Drohung mit beispiellosen US-Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolierung Irans, einer unbefristeten Seeblockade [Irans durch die USA, Anm. d. Red.] und erneuten Tankerangriffen erhöht das Risiko weiterer Lieferengpässe", so Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets, zu den möglichen Auswirkungen einer erneuten Zuspitzung des Konflikts. "Die schwache Nachfrage und die anhaltenden verdeckten Exporte aus dem Golfraum dämpfen jedoch den Kursanstieg", ergänzt die Analystin.
Ähnlich sieht es auch der Analyst Vivek Dhar von der Commonwealth Bank of Australia, dem zufolge die Rohölpreise bei einer erneuten Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran sogar wieder an der 100 Dollar-Marke kratzen könnten. Allerdings verweist Dhar auch auf das (für kommendes Jahr von EIA und IEA erwartete,) "plausible" Überangebot hin, das den Preis für den Brent-Futures-Kontrakt in Richtung 80 Dollar treibe.
Die Durchfahrt durch die Straße von Hormus bleibt derweil riskant, wie die von den Vereinigten Arabischen Emiraten zuletzt gemeldeten Angriffe auf mit der staatlichen Ölgesellschaft ADNOC in Verbindung stehende Tanker deutlich macht, die Abu Dhabi dem Iran zuschreibt. Nachdem bereits in der Nacht zu Freitag zwei solcher Tanker angegriffen wurden, soll am Freitag ein weiteres Schiff der ADNOC attackiert worden sein. Auch diesmal soll die Situation jedoch schnell unter Kontrolle gebracht und niemand verletzt worden sein.
Andernorts sorgen die Drohnenangriffe der Ukraine auf Russlands Energieinfrastruktur weiterhin dafür, dass es immer wieder zu Betriebsausfällen an Raffinerien und/oder Exporthäfen kommt. Auch die Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer stellt weiterhin ein Angebotsrisiko dar.
So konnten die Ölfutures die Hochs von Freitag heute Morgen bereits leicht überschreiten, notieren mittlerweile aber wieder leicht unterhalb dieser Marken. Bei den Inlandspreisen zeichnet sich im Vergleich zu Freitag aktuell Potenzial für nennenswerte Aufschläge ab.

14. August 2026

Hegseth: Seeblockade Irans kann "auf unbestimmte Zeit" aufrecht erhalten werden

Die geopolitischen Konflikte lassen die Marktteilnehmer an den Ölbörsen einfach nicht zur Ruhe kommen und so wagen sich diese bei den Rohölkontrakten immer wieder ungern unter psychologische Schlüsselmarken. So sorgten gestern zwar die bearishen US-Ölbestandsdaten, die das DOE am Mittwoch veröffentlicht hatte, zusammen mit weiteren Angriffen auf Russlands Raffinerien und technischen Verkaufssignalen für einen Preisrückgang bei Brent und WTI, im Bereich von 80 Dollar war beim US-Rohölkontrakt dann allerdings Schluss mit der Abwärtskorrektur.

"Trotz der bearischen Daten zu den Rohölbeständen verhindert das breitere geopolitische Umfeld einen stärkeren Preisrückgang“, meint auch Susan Bell, Senior Vice President für Ölrohstoffmärkte bei Rystad Energy, in einer Mitteilung. So untermauerten Meldungen über Angriffe auf zwei emiratische Schiffe in der Straße von Hormus erst gestern wieder die Unsicherheit hinsichtlich der Menge an Öllieferungen, die es aus den Ländern am Persischen Golf durch die Meerenge auf den Weltmarkt schaffen, auch wenn es immer wieder Tanker durch die Wasserstraße schaffen.

Die Frage ist nun, ob der Konflikt zwischen den USA und dem Iran wieder stärker eskaliert. Die Möglichkeit einer US-Seeblockade Irans "auf unbestimmte Zeit", wie sie US-Verteidigungsminister Pete Hegseth gestern in Aussicht stellte, könnte Teheran wieder zu umfangreicheren Angriffen auf US-Anlagen in Ländern am Persischen Golf verleiten und dürfte auch dazu führen, dass die Huthi ihre Seeblockade Saudi-Arabiens noch länger aufrechterhalten.

Den bullishen geopolitischen Faktoren wirkt mittlerweile jedoch der bearishe Einfluss entgegen, den die Nachfrageprognosen von EIA, IEA und OPEC für 2026 in dieser Woche mit sich brachten. Zwar rechnet beispielsweise die IEA für das dritte Quartal mit einem Angebotsdefizit von -1,8 Mio. B/T, bei der Nachfrage geht die Behörde für das Gesamtjahr 2026 allerdings mittlerweile von einem Rückgang um -1,6 Mio. B/T aus. "Das Ergebnis ist ein Markt, der zwar weiterhin Unterstützung findet, aber Schwierigkeiten hat, deutlich nach oben auszubrechen, solange diese gegenläufigen Kräfte bestehen bleiben", erklärt der Analyst Tim Waterer von KCM die Auswirkungen dieses Kräftegleichgewichts auf die Preisentwicklung.

13. August 2026

Iran: Keine Fortschritte in der Nacht

In den Monatsreports von EIA, IEA und OPEC wurde die globale Ölnachfrage 2026 nach unten korrigiert, was etwas Druck aus dem Markt genommen hat. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Nachfrage nicht auf natürlichem Wege schwächelt, sondern ein Teil des Ölbedarfs durch das zu geringe Angebot am Weltmarkt weggebrochen ist.

Entscheidend bleibt also das begrenzte Angebot, dass durch die Blocklade der Straße von Hormus, den ukrainischen Angriffen auf Russlands Ölanlagen sowie Sanktionen der EU und USA gegen Russland maßgeblich reduziert wird. Russland könnte nun noch einmal die Spannungen erhöhen, sollte Putin die jüngsten Drohungen umsetzen und Schiffe der EU beschlagnahmen.

Unterdessen ist weiterhin unklar wie viele Schiffe die Straße von tatsächlich passieren und wie viel Öl aus dem Persischen Golf auf den Weltmarkt kommt. Durch das eingeschränkte Tracking in der Region könnten die Transporte durch die Meerenge größer als bisher angenommen sein, klar ist dies allerdings nicht. Fest steht lediglich, dass die Verhandlungen zwischen USA und Iran offenbar festgefahren sind und sich die Sicherheitslage mit den jüngsten Angriffen auf Schiffe in der Region nicht verbessert hat.

„Die Sicherheitslage für die Schifffahrt in diesen Gewässern hat sich weiter verschlechtert, was Schiffe dazu zwingt, ihre Signale abzuschalten. Dies verringert die Transparenz im Schiffsverkehr und erschwert es dem Markt, die tatsächliche Versorgungslage zu verfolgen und einzuschätzen“, so Analysten von Haitong Futures.

„Die Volatilität dürfte ein bestimmendes Merkmal bleiben“, bis die Straße von Hormus wieder geöffnet wird und mehr Klarheit über die Produktion herrscht, stellt Analyst Charu Chanana, Saxo Markets fest. Bearishe Meldungen, wie die deutlichen Bestandsaufbauten in den USA, gehen dabei unter und werden in den Hintergrund gedrängt.

Durch das Ausbleiben konkreter bullisher Meldungen schwächen wir unsere fundamentale Einschätzung heute Morgen auf neutral herab. Die Eskalationen in der Straße von Hormus dürften für den Moment weitestgehend eingepreist sein, während die Drohung von Putin zu diffus ist, als dass sie den Markt aktuell nachhaltig beunruhigen würde. Bei den rechnerischen Inlandspreisen zeichnen sich so zudem leichte Preisnachlässe ab.

12. August 2026

Iran: Hormus bleibt geschlossen

Trader ignorieren derzeit Meldungen wie vom API weitgehend, auch wenn diese einen seltenen bearishen Impuls liefern. Zu stark ist der Markt von den Geschehnissen rund um die Straße von Hormus und der Versorgung aus dem Mittleren Osten abhängig.

Hier scheint sich weiter keine wirkliche Lösung abzuzeichnen, nachdem der Iran sowie die USA ihre gegenseitigen Forderungen bei den Verhandlungen erhöht haben und damit eine baldige Einigung unwahrscheinlicher machen. Auch wenn Trump immer wieder betont, dass man die volle Kontrolle über die Straße von Hormus habe, so zeichnen die Angriffe auf Schiffe in der Region ein anderes Bild.

„Das Fehlen wesentlicher Nachrichten oder Fortschritte bei den Verhandlungen – während der Iran zugleich seinen Anspruch auf die Kontrolle der Straße von Hormus bekräftigt – lässt die Risiken für die Ölpreise weiterhin nach oben tendieren“, so Analyst Kyle Rodda, von Capital.com.

Auch Vivek Dhar, von der Commonwealth Bank of Australia, sieht dies ähnlich: „Der Anstieg der Ölpreise deutet darauf hin, dass die Märkte weiterhin skeptisch sind, ob eine baldige Einigung die Öltransporte durch die Straße von Hormus wieder in Gang bringen wird.“ Nehmen die weltweiten Lagerbestände weiter ab, drohe der Preis für Brent in Richtung der 100 Dollar-Marke zu steigen, fügte er hinzu.

Mit der festgefahrenen Situation im Konflikt zwischen USA und Iran, den neuen Angriffen auf Schiffe sowie der Drohung des Irans auch Angriffe auf amerikanischen Boden durchzuführen, bleibt die fundamentale Markteinschätzung von uns zunächst einmal weiter bullish. Bei den Inlandspreisen deuten sich aktuell nur leichte Preisänderungen zu gestern ab, nachdem die Notierungen an der ICE in der Nacht auf hohem Niveau geblieben sind. Zu beachten ist hier der bevorstehende Frontmonatswechsel bei ICE Gasoil, der für Verwerfungen sorgen kann.

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